Rotatorenmanschette und Rotatorenmanschettenruptur

Die Rotatorenmanschette der Schulter besteht aus vier Sehnen, die für die Bewegungen in verschiedene Richtungen zuständig sind.

Sehnen übertragen die Kraft des Muskels auf den Knochen, bzw. auf ein Gelenk. Die bekannteste Sehne ist vielleicht die Achillessehne. Die Sehnen, die das Schultergelenk von allen Seiten umgreifen nennt man ‚Rotatorenmanschette‘. Sie übertragen die Kraft von den umgebenden Muskeln und bewegen somit das Gelenk.
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1. Die Sehnen und Muskel bewegen und ‚rotieren‘ das Gelenk.
2. Sie umfassen das Gelenk und dichten es komplett ab – wie es eine Manschette tut.

Der Name leitet sich von diesen beiden Funktionen her.

Wie keine andere Sehne im Körper ist die Rotatorenmanschette einer Degeneration – einem Verschleiß – ausgesetzt. Bei vielen Menschen scheuert sie sich im Lauf der Jahre langsam durch und reißt schließlich. Dies kann langsam und fast unbemerkt geschehen, häufig aber auch im Rahmen eines Sturzes, der dann endgültig zum Riss führt. Das ist dann die Rotatorenmanschettenruptur.
Auch bei jüngeren Menschen kann die Manschette reißen – dann aber immer verursacht durch einen Unfall.

Riss der Rotatorenmanschette an der Schulter
Rotatorenmanschettenruptur

 

 

Das Bild zeigt eine Schulter mit der oben liegenden Supraspinatussehne. Diese ist hier fast komplett abgerissen und hängt nur noch an einem seidenen Faden. Davor verläuft die lange Bizepssehne.

 

Abbildung mit freundlicher Genehmigung der Fa. Johnson&Johnson, Geschäftsbereich Depuy Synthes


Die Symptome der Ruptur der Rotatorenmanschette sind insbesondere Schmerzen und Kraftlosigkeit. Häufig sind bestimmte Bewegungen gar nicht mehr möglich.
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Die gerissene Sehne kann nicht von selbst wieder anheilen. Mit der Zeit können andere Muskeln den Ausfall etwas kompensieren. Meist wird aber eine Operation erforderlich, um die Sehne wieder am Knochen zu befestigen und damit die Kraftübertragung wieder herzustellen.

Die gerissene Sehne kann nicht von selbst wieder anheilen. Mit der Zeit können andere Muskeln den Ausfall etwas kompensieren. Meist wird aber eine Operation erforderlich, um die Sehne wieder am Knochen zu befestigen und damit die Kraftübertragung wieder herzustellen.
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Für die Operation hat man nur ein eingeschränktes Zeitfenster. Wenn eine Sehne abreißt, hat der Muskel keine Funktion mehr und bildet sich immer mehr zurück – ähnlich wie ein Bein, dass längere Zeit im Gips ist. Irgendwann verfettet und vernarbt der Muskel und kann nicht mehr auftrainiert werden. Zudem zieht sich die abgerissene Sehne immer weiter zurück.

Die Operation dauert etwa 60 Minuten. In Vollnarkose wird die Sehne mit kleinen Ankern wieder am Knochen befestigt. Die OP erfolgt unter Videokontrolle (Arthroskopie) über kleine Hautschnitte. Die Anker verbleiben unmerklich im Körper.


Links: Einschrauben des Ankers an die Stelle des Knochens, an der die Sehne befestigt werden soll.

Mitte: Der Anker enthält Fäden mit denen dann die Sehne an den Knochen fixiert wird.

Rechts: Ein Beispiel der möglichen Fixation.

Abbildung Links und Mitte mit freundlicher Genehmigung der Fa. Johnson&Johnson, Geschäftsbereich Depuy Synthes

Abbildung rechts mit freundlicher Genehmigung der Fa. Arthrex

Falls Sie lieber eine persönliche Beratung wünschen:


Wie geht es weiter nach einer OP der Rotatorenmanschettenruptur?

Die Sehne muss am Knochen festwachsen! Die Anker alleine halten der alltäglichen Belastung nicht stand. Bis die Sehne festgewachsen ist, muss man entsprechend vorsichtig sein.
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Der Arm wird 4 Wochen auf einem Tragekissen gelagert – wird aber täglich etwas bewegt und mit Krankengymnastik behandelt. Autofahren kann man insofern frühestens nach 5 Wochen, manchmal auch erst nach 2 Monaten. Faktoren der Genesungszeit sind die Größe des Risses und das Ausmaß, in dem sich Muskel und Sehne bereits zurück gezogen haben. Nach 3 Monaten sollte der Alltag wieder weitestgehend problemlos zu bewältigen sein. Größere Belastungen im Sport oder in der Arbeit sollten erst nach ca. 6 Monaten wieder zunehmend aufgenommen werden.

Wie trainieren nach Rotatorenmanschettenruptur?

Nach Rotatorenmanschettenruptur und auch nach der Operation einer Rotatorenmanschettenruptur ist das Aufbautraining extrem wichtig. Zur Steuerung der Trainingsintensität sind die Signale des Körpers entscheidend. Schmerzen sollen vermieden werden, oder zumindest jeweils rasch abklingen.
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In der Anfangsphase sollte man vorsichtig und mit geringer Intensität beginnen, zum Beispiel täglich 5 Minuten und 2 mal in der Woche 10-15 Minuten. Wenn es die Schmerzen zulassen, steigert man von Woche zu Woche die Dauer des Trainings und baut dann 3 und später 4 längere Einheiten pro Woche ein. Immer wieder sollte dabei ein Physiotherapeut und der behandelnde Arzt die Ausführung kontrollieren, neue Übungen einbringen und bei der Steuerung der Intensität beraten. Auf unserer Seite finden Sie etwas weiter unten einige Videos mit Anregungen.

Rotatorenmanschettenruptur wie oft trainieren?

Training ist der entschiedene Faktor zur Wiederherstellung der Funktion nach Rotatorenmanschettenruptur, sowohl mit als auch ohne Operation. Das Schultergelenk ist ganz wesentlich von der umgebenden Muskulatur abhängig.
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Trainieren kann man natürlich nur Muskeln, die über eine Sehne mit dem Knochen verbunden sind. Bei Sehnenruptur trainiert man also die anderen Muskeln, deren Sehnenansatz noch in Ordnung ist. Nach operativer Refixation einer Rotatorenmanschettenruptur trainiert man ebenfalls anfangs die umgebenden Muskeln. Sobald die Sehne angewachsen ist, kann man und muss man den verletzten Muskel wieder auftrainieren. Wir haben dazu etwas weiter unten einige Videos auf unserer Seite für Sie eingestellt!

Wie lange bin ich nach Rotatorenmanschettenruptur arbeitsunfähig?

Nach Operation einer Rotatorenmanschettenruptur hängt die Dauer der krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit von der beruflichen Belastung der Schulter und der Größe des Sehnenrisses ab.
Zum Beispiel

Ein Handwerker in schwerer Tätigkeit: 6-12 Monate; Einzelhandel im Verkauf 2-5 Monate, Bürotätigkeit am PC 1-4 Monate. Das Fahren eines Autos ist nach 1-3 Monaten möglich (Automatik ggf. früher), Lauftraining nach 2-3 Monaten, Fahrradergometer nach 1-2 Monaten, Radfahren nach 2-4 Monaten


Vorbereitung und Übungen vor und nach einer OP der Rotatorenmanschette

 

 

Die beste OP ist nur so gut wie die Rehabilitation danach! Das gilt insbesondere für die OP der Rotatorenmanschette.

 

Dr. med. Andreas Klonz und Tobias Baierle, leitender Physiotherapeut in der ATOS Klinik, erklären Ihnen, wie Sie gut durch die Zeit nach einer Rotatorenmanschetten OP kommen. Sie können mit leichten eigenen Übungen beginnen.

 

Bitte schauen Sie schon vor der Operation die Videos 1-3 an. Wir zeigen Ihnen das Anziehen, Waschen und die Benutzung des Kissens. Üben Sie dies schon vor der OP! Trainieren Sie auch schon die gezeigten Übungen. Dann funktioniert alles nach der OP um so besser!! Unser Service für Sie!

 


1. Vorbereitung auf die OP


2. Übungen direkt nach der OP


3. Übungen ca. 2-3 Wochen nach der OP


4. Übungen ca. 1 Monat nach der OP


5. Übungen ca. 2 Monate nach der OP


6. Übungen ca. 3 Monate nach der OP



Weitere häufige Fragen und Antworten zur Rotatorenmanschette und zur Rotatorenmanschettenruptur

Wie behandelt man eine Rotatorenmanschettenruptur?

Der Riss der Rotatorenmanschette (Rotatorenmanschettenruptur) kann mit oder ohne Operation behandelt werden.
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Die Entscheidung was das Beste für den Einzelnen ist, muss zusammen mit einem Spezialisten getroffen werden. Das Vorgehen ist abhängig von dem Alter der Patientin oder des Patienten, der Größe des Sehnenrisses, den Beschwerden und dem Anspruch des Patienten. Auch das Alter der Rotatorenmanschettenruptur ist wichtig. Möglicherweise haben sich die Sehnen bereits zurückgezogen und die Muskeln zurückgebildet. In diesem Fall ist eine Operation mit einer Rekonstruktion der Sehne eventuell nicht mehr möglich.

Wie entsteht eine Rotatorenmanschettenruptur?

Die Ursache einer Rotatorenmanschettenruptur kann unterschiedlich sein.
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Sie entsteht entweder durch einen Sturz und einen plötzlichen heftigen und ruckartigen Zug an der angespannten Sehnen oder aber häufig auch langsam und schleichend durch Alter und Verschleiß, wenn die Sehne am Schulterdach durchgescheuert wird. Sehr häufig handelt es sich auch um eine Mischung aus Verschleiß und einen auf die geschwächte Sehne treffenden, leichteren Unfall.

Wie macht sich eine Rotatorenmanschettenruptur bemerkbar?

Eine Rotatorenmanschettenruptur macht sich insbesondere durch Schmerzen bemerkbar, die bei Bewegung, aber auch häufig in Ruhe und in der Nacht auftreten.
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Die Rotatorenmanschettenruptur kann aber auch ohne merkliche Symptome vorhanden sein, nachdem sie sich langsam und schleichend entwickelt hat und kann dann plötzlich durch ein relativ harmloses Ereignis schmerzhaft werden.

Wann muss eine operiert Rotatorenmanschettenruptur werden?

Eine Rotatorenmanschettenruptur sollte bei jungen und aktiven Menschen wenn immer möglich operativ refixiert werden.
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Die Ergebnisse der operativ versorgten und eingeheilten Ruptur sind besser und nachhaltiger als nach nicht-operativer Behandlung. Bei älteren Patienten, geringer Symptomatik, kleinen Rissen, oder bei fraglich reparabelster Rissen kann eventuell ohne Operation behandelt werden. Auch in diesem Fall sollte die Entscheidung zusammen mit einem Spezialisten getroffen werden, auch um die richtigen Schritte zur Rehabilitation einzuleiten.

Wie schnell muss eine Rotatorenmanschettenruptur operiert werden?

Je größer eine Rotatorenmanschettenruptur ist, desto schneller muss die Entscheidung getroffen und ggf. die Operation herbeigeführt werden.
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Nach nur 3 Wochen sind manche Massenrupturen schon deutlich retrahiert - Sehne und Muskel haben sich zurückgezogen. Die Operation ist dann schwieriger. Es ist mehr Spannung auf der Sehnennaht. Die Einheilung wird dadurch erschwert. Rerupturen sind häufiger. Je kleiner der Riss, desto mehr Zeit hat man. Bei Rupturen mittlerer Größe kann man ca. 2-6 Monate warten. Bei kleinen Rissen besteht normalerweise kein zeitlicher Druck.

Wie kann ich bei einer Rotatorenmanschettenruptur eine Operation vermeiden?

Bestimmte Rotatorenmanschettenrupturen können oder müssen ohne Operation behandelt werden. In diese Fällen ist es wichtig, dass die Muskeln und Sehnen der Rotatorenmanschette, die noch intakt sind, die Funktion der gerissenen Sehne kompensieren.
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Im Idealfall sind die vordere (Subscapularis) und die hinteren Sehnen ( Infraspinatus und Teres Minor) intakt und bilden ein Kräftepaar (Force Couple), welches den defekten Supraspinatus ersetzen kann. Wir empfehlen in diesem Fall dringend ein Übungsprogramm unter physiotherapeutischer Anleitung. (Siehe auch unser Übungsprogramm auf meine-schulter.de ). Zudem erfolgt eine schmerz- und entzündungslindernde Medikation mit sogenannten Antiphlogistika, eventuell Injektionen z. B. mit Hyaloronsäure, Kortison oder konditioniertem Plasma. Ggf. auch physikalische Maßnahmen (Wärme, Kälte), Massage, Salben oder auch Akkupunktur, etc.

Rotatorenmanschettenruptur Behandlung

Zur Behandlung der Rotatorenmanschettenruptur wird die abgerissene Sehne mit Knochenankern wieder an ihrem Ansatz am Knochen fixiert. Im Fall, dass dies nicht oder nicht mehr möglich ist, oder wenn keine oder nur geringe Beschwerden bestehen, wird konservativ mit einem Übungsprogramm therapiert. (Siehe auch unser Übungsprogramm auf  https://www.meine-schulter.de/videos-uebungen-impingement/ )

Wie lange dauert die Heilung bei Rotatorenmanschettenruptur?

Nach der Operation mit Naht der Rotatorenmanschette muss die Sehne am Knochen anwachsen.
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Nach 5-6 Wochen besteht in der Regel eine gute Verbindung, so dass dann die aktive Bewegung der Schulter vorsichtig begonnen werden kann. Je älter und je größer der Riss war, um so länger dauert das Anwachsen. Die Stabilität der Fixation steigt dann über die nächsten Monate weiter an. Nach etwa 6 Monaten gehen wir von einer guten Belastbarkeit aus. Maximale Belastbarkeit wird erst nach 12-18 Monaten erreicht.

Wie lange falle ich nach einer OP an der Rotatorenmanschette aus?

Nach operativer Naht der Rotatorenmanschette hängt die Dauer der krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit von der beruflichen Belastung der Schulter und der Größe des Sehnenrisses ab.
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Zum Beispiel Maurer, Schlosser, Leistungssportler: 6-12 Monate; Einzelhandel im Verkauf 2-5 Monate, Bürotätigkeit am PC 1-4 Monate. Autofahren ist nach 1-3 Monaten möglich (Automatik ggf. früher), Joggen nach 2-3 Monaten, Fahrradergometer nach 1-2 Monaten, Radfahren nach 2-4 Monaten.

Kann ich eine Rotatorenmanschettenruptur mittels MRT diagnostizieren?

Wenn der Verdacht auf einen Riss der Rotatorenmanschette besteht, erfolgt die weitere Abklärung mittels Röntgen, Sonographie und Kernspintomografie (=MRT). Im MRT lässt sich der Riss hinsichtlich seiner Größe und der Möglichkeit der Refixation am besten beurteilen.

Treten bei der Rotatorenmanschettenruptur Schmerzen auf?

Schmerzen sind das wesentliche und meist das gravierendste Symptom der Rotatorenmanschettenruptur. Diese korrelieren nicht mit der Größe des Risses. Auch kleine Sehnenrisse können erhebliche Schmerzen verursachen. Das tückische ist, dass Schmerzen nicht auftreten müssen.

Wie lange habe ich bei einer Rotatorenmanschettenruptur Schmerzen?

Es kann nur schwer vorhergesagt werden, wie lange die Schmerzen nach einem Riss der Rotatorenmanschette oder nach Operation einer Rotatorenmanschette anhalten.
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In manchen Fällen bestehen fast keine Schmerzen und es sind allenfalls wenig Schmerzmittel nötig. In anderen Fällen bestehen über Wochen deutliche oder sogar starke Schmerzen. Häufiger ist eine Operation erforderlich, um die Schulterschmerzen los zu werden.

Wie lange bin ich nach einer OP zur Behandlung der Rotatorenmanschettenruptur im Krankenhaus?

Die Operation der Rotatorenmanschettenruptur kann ambulant oder stationär erfolgen.
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In jedem Fall muss eine Betreuung der Patientin/des Patienten am Tag der Operation und möglichst auch in den Tagen und Wochen danach gewährleistet sein. Sehr vorteilhaft ist es, wenn man sich bereits vor der OP auf die Situation einstellt, Aufgaben des täglichen Lebens einübt und ein Übungsprogramm beginnt. Dazu findet man einige Videos auf dieser Seite.

Wie schlafe ich nach einer Rotatorenmanschetten-OP?

Nach Operation einer Rotatorenmanschettenruptur schläft man am besten auf dem Rücken mit erhöhtem Kopfteil.
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Den operierten Arm lagert man möglichst zusätzlich zu dem Abduktionsverband auf einem Kissen. Der Arm sollte nicht hinter die Körperlängsachse nach hinten Richtung Rücken fallen, sondern eher nach vorne auf bzw. vor den Bauch. Schmerz und subjektives Gefühl sind wichtige Leitsignale auf der Suche nach einer angenehmen Position.