Bizepssehnenriss

Proximaler (schulternaher) Bizepssehnenriss
Der Riss der langen, schulternahen Bizepssehne vollzieht sich überwiegend auf dem Boden degenerativer Veränderungen. Durch mechanische oder chronisch-entzündliche Prozesse wird die Sehne unter dem Schulterdach aufgerieben. Die Verletzung ist häufig mit zusätzlichen Veränderungen im Bereich der Schulter, wie Rotatorenmanschettenrissen oder chronischen Schleimbeutelentzündungen assoziiert. Nur selten findet sich ein wirklicher Unfall als Risssache.

Trotzdem darf auf eine weitergehende klinische und bildgebende Untersuchung nicht verzichtet werden, um begleitende Veränderungen in der Schulter zu erkennen. Dazu gehören eine sonographische Untersuchung des Schultergelenkes, Standardröntgenaufnahmen und je nach Situation spezielle Aufnahmen (z.B. Scapula-Outlet, AC-Gelenk), ggf. eine Magnetresonanztomographie (MRT).



Auf dieser WEB Seite liegt der Fokus auf Erkrankungen der Schulter. Meine Spezialisierung liegt auch im Bereich der Ellenbogenchirurgie. Mein besonderes 'Steckenpferd' ist die Verletzung der distalen Bizepssehne am Ellenbogen. Weitere Informationen über diese Verletzung finden Sie auf unserer Praxis Website.

Therapie proximaler (schulternaher) Bizepssehnenriss

Die Behandlung besteht im überwiegenden Teil der Fälle in einer konservativ-funktionellen Therapie. Der messbare Kraftverlust für die Beugung im Ellenbogengelenk beträgt nur 10 – 20 %.

Die Notwendigkeit eines operativen Vorgehens kann sich aus zwei Situationen ergeben:

  1. sehr selten: die Ruptur bei einem jungen Patienten mit kosmetischem Anspruch auf ein normales Muskelrelief oder die bestmögliche Wiederherstellung der Beugekraft (Ausgleich der 10 – 20 % Kraftverlust).
  2. häufiger: bleibende Verschlimmerung von vorbestehenden Schulterschmerzen nach der Sehnenruptur

Im ersten Fall stehen verschiedenen Arten der Fixation der Sehne gegenüber. Der Versuch einer anatomischen Rekonstruktion, also Wiederbefestigung an der Schulterpfanne ist nicht möglich. Die Sehne kann entweder in ihrer ursprünglichen Verlaufsrichtung am Oberarm durch Vernähen, Anlegen eines Bohrlochs oder mit Spezialschrauben verankert werden. Alternativ kann sie in Richtung des kurzen Bizepskopfs transponiert werden, um sie auf diesem oder auf dem Rabenschnabelfortsatz zu fixieren. Wichtig ist, daß der Muskel mit der richtigen Vorspannung fixiert wird, was um so schwieriger, je länger der riss zurückliegt und sich der inaktive, degenerierende Muskel verkürzt hat.

Im zweiten Fall, wenn, meist beim älteren Patienten, Schulterschmerzen nach dem Bizepssehnenriss verbleiben, ist nach anderen Ursachen für die Schmerzen zu suchen. Im überwiegenden Teil der Fälle sind hier assoziierte Veränderungen (Rotatorenmanschettenruptur, AC-Gelenksarthrose, „Impingement“, etc.) für die Schmerzen verantwortlich. Diese sind entsprechend zu behandeln. Im Rahmen einer etwaigen  Operation sollte dann ein störender Bizepssehnenstumpf ausgeschlossen werden.

 

Fazit

Domäne der konservativen, nicht-operativen Therapie. Der Kraftverlust ist gering. Eine operative Refixation kann aus kosmetischen Gründen angeboten werden. Eine geringgradige Verbesserung der Kraft kann dabei in Aussicht gestellt werden. Häufiger ergibt sich eine Operationsindikation auf Grund weiterer Veränderungen/Probleme im Schulterbereich.


Auf dieser WEB Seite liegt der Fokus auf Erkrankungen der Schulter. Meine Spezialisierung liegt auch im Bereich der Ellenbogenchirurgie. Mein besonderes 'Steckenpferd' ist die Verletzung der distalen Bizepssehne am Ellenbogen. Weitere Informationen über diese Verletzung finden Sie auf unserer Praxis Website.